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§ Institutionelle Benchmarks · 01

Exit-Cap-Renditen im Gewerbeimmobiliensektor

Der Exit-Cap ist die folgenreichste Annahme in jeder institutionellen Underwriting-Analyse von Gewerbeimmobilien. Er bestimmt den Restwert, treibt den unverschuldeten IRR und entscheidet bereits am ersten Tag, ob eine Transaktion ihre Kapitalkostenschwelle übersteigt.

Konzeptioneller Rahmen

Ein Exit-Cap ist die für den Verkaufszeitpunkt projizierte stabilisierte Kapitalisierungsrate. Er drückt das Verhältnis von zukünftigem Net Operating Income zum angenommenen Verkaufswert aus: Exit-Wert = NOI im Jahr N ÷ Exit-Cap. Erfahrene Underwriter setzen einen Exit-Cap über dem Eingangs-Cap an (den Spread to Entry), um Laufzeitrisiken, Capex-Wiedergewinnung und unbekannte künftige Kapitalkosten abzubilden.

Drei Regime nach Strategie

Grenzüberschreitende Kalibrierung

Exit-Caps lassen sich nicht ohne Anpassung zwischen Regionen übertragen. Liquiditätstiefe, Kosten für Währungsabsicherung, Zinskurven der Staaten und das Mietrecht verändern den institutionellen Bid erheblich. Ein vergleichbares Logistikobjekt clear-t in Nordamerika, Westeuropa, dem GCC und Asien-Pazifik zu deutlich unterschiedlichen Renditen — getrieben durch Kapitalverfügbarkeit, nicht allein durch Cashflow-Qualität.

Sensitivitätsdisziplin

Institutionelle Investmentkomitees erwarten Exit-Cap-Sensitivitäten in 25-Bp-Schritten über mindestens ±100 Bp, mit quantifizierter Auswirkung auf IRR und Equity-Multiple. Ein Deal, der nur innerhalb einer 25-Bp-Toleranz funktioniert, ist per Definition eine Zinswette, kein Immobilien-Underwriting.